In Luganville haben wir ausklariert und noch unsere “Leuchtfeuergebühr“ in Höhe von 15.300,– Vatu berappt (ca. 130,– €), es gibt zwar in Vanuatu kaum Seezeichen oder funktionierende Leuchtfeuer (zumindest nicht außerhalb von Port Vila oder Luganville), aber zahlen darf man trotzdem dafür. Bei den restlichen Inseln heißt es dann eher Augen auf und gut gucken damit man nicht zum Riffhobel wird. Bisher liegt Vanuatu an einsamer Spitze mit seinen Einklarierungsgebühren – für dreieinhalb Monate haben wir stolze 32.100,– Vatu (ca. 270,–€) berappt. Zum Vergleich – ein komplettes Outrigger-Kanu für 2 Personen kostet 5.000,– Vatu, ein Mietauto für 1 Tag zirka das Doppelte. So schön es hier ist, aber die anderen Inselstaaten haben auch einiges zu bieten und sind (hoffentlich) von ihren Gebühren her nicht so unverschämt. Das normale Leben ist ja günstig, aber alles was mit Tourismus oder Seglern zu tun hat, da wird dann so richtig schön Kohle gemacht.
Mal schauen wie es nun in den Salomonen, Papua Neuguinea und den Mikronesischen Inseln weitergeht, aber bevor wir dort hinkommen bleiben wir noch für ein paar Tage in den Banks und Torres Inseln hängen. In Vanua Lava soll ein viertägiges Festival stattfinden, welches wir uns natürlich nicht entgehen lassen können. Als wir in die Bucht kommen ankert jedoch nur ein einziges Schiff dort, obwohl bereits am nächsten Tag die Customdances starten sollen. Zuerst glauben wir ja ein falsches Datum zu haben oder in der falschen Bucht zu sein, aber nach Rückfrage bei Volker und Michaela von der La Gitana wird uns der Ankerplatz bestätigt.
Nach und nach langen dann doch noch weitere vier Schiffe ein und sind wir wieder eine lustige internationale Truppe. Die Bucht von Vureas ist sehr rollig und anlanden mit dem Dinghy am steilen schwarzen Sandstrand wird zum echten Abenteuer. Alles wasserfest verpackt und ab durch die Brandungswellen. Am Strand stehen jedoch immer zwei bis fünf starke Jungs zur Stelle, die routiniert und schnell mit anfassen damit sich keiner der Yachties überschlägt oder zu nass wird. Das Festival beginnt obligatorisch am Sonntag mit einem Gottesdienst und dem hissen der Nationalflagge.
Danach ist erstmal wieder eine lange Pause, weil die Tänzer aus dem nächsten Ort, der ca. zwei Stunden Fußmarsch über dem Berg entfernt ist, noch nicht eingelangt sind. Wir sind es doch jetzt schon langsam gewöhnt und machen unser eigenes Programm, d.h. wir schließen unseren MP3-Player an und zeigen den Ni-Vanuatus zu ihrer großen Belustigung wie man in Europa tanzt. Hier sind sie Menschen sehr zurückhaltend, aber wenn sie erstmal warm werden, sind sie unglaublich mitteilsam und herzlich. Nicht einmal die Kinder laufen hier weg, im Gegenteil sie graben Hirohisa und Yumi, zwei Rucksackreisende Japaner gleich mal bis zum Hals im Sand ein.
Bei uns und speziell bei Christoph gefallen ihnen besonders die weichen, blonden leicht gelockten Haare, denn selbst haben sie ja einen regelrechten Drahtwaschl an Kopf. Wir freunden uns mit Swethon an, der ein begnadeter Schnitzer ist und sogar schon auf Ausstellungen in Australien und Europa war. Die Custom-Tänze hier in den Banks Islands sind wieder ganz anders als in den anderen Inseln. Uns wird auch erklärt, dass es eigene Choreographen gibt und es nicht jedem erlaubt ist alles zu tanzen.
Da gibt es strenge Vorschriften und Beschränkungen. Uns ganz besonders gefällt der Snakedance, der die uralte Entstehungsgeschichte der Ni-Vanuatus beschreibt und die Wassermusik der Frauen. Leider sind die Wellen fast zu hoch und so wird dieser Programmpunkt zu unserem Leidwesen nur sehr verkürzt gezeigt. Die Dorfgemeinschaft bemüht sich sehr uns ein buntes Programm zu bieten und so sehen wir auch wie man ohne Streichhölzer Feuer macht, lernen die traditionelle Küche kennen und sehen wie man Süßwasserkrebse in einer Falle fängt.
Uns faszinieren die geflochtenen Körbe und Sarah zeigt uns wie es geht. Zur allgemeinen Erheiterung versuche nicht ich einen Korb zu flechten, sondern Christoph sitzt da und kämpft sich durch das Gewirr an Palmblättern – sein Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Gegen Abend wenn das Programm zu Ende ist, sind wir immer noch auf ein paar Schälchen Kava geblieben. Nicht das wir das Zeug so toll finden, aber es ist ein guter Zugang zur Dorfgemeinschaft. Außerdem haben wir unsere Freundschaft mit Hirohisa und Yumi vertieft, denn die werden wir voraussichtlich in Japan wiedersehen (sofern sie dann bereits ihre Weltreise beendet haben).
Da der Schwell noch immer nicht besser ist, sondern im Gegenteil noch stärker geworden ist verziehen wir uns bald nach dem Festival in die 15 sm entfernte Michigan Bay, wo wir relativ nahe am Strand ankern können und weitaus ruhiger stehen als in Vureas. Kaum das der Anker den Boden berührt kommt schon das erste Outrigger-Kanu zu uns raus. Moffet bringt uns eine Papaya mit und lädt uns in das Dorf ein. Wir warten nurmehr auf Volker und Michaela (La Gitana) die kurz nach uns ankommen und statten dann Chief Jacob einen Besuch ab.
Das Dorf besteht im Prinzip nur aus zwei Familien und zählt 20 Köpfe. Einen Generator gibt es nicht und auch sonst ist das Leben hier sehr ursprünglich, jedoch lieben die Damen Flitterkram. Jede kommt und flüstert mir ins Ohr ob ich nicht Nagellack, Parfüm oder Schmuck für sie habe. Ohne Scheu verlangt Chief Jacob für seine Frau einen BH von mir. Obwohl meine Oberweite auch recht gut ist, gegen Margret sehe ich aus wie ein Bügelbrett. Schweren Herzens trenne ich mich dann doch von einem, aber er passt ihr nicht mal annähernd, trotzdem will sie ihn unbedingt haben. Wir bleiben ein paar Tage dort und Christoph repariert sich mal wieder durchs Dorf, dort eine abgebrochene Harpune und da ein paar Schuhe.
Moffet und seine Familie verwöhnen uns jeden Tag mit Laplap und Orangentee und am Abend gibt es obligatorisch Kava. Nach drei Tagen verkündet er, dass wir ein Costom Family machen, d.h. wir haben nun sogar eine Familie in Vanuatu und könnten hier gemeinsam mit Bruder Moffet und Schwester Lelah leben – wenn das nichts ist!
sytaurus hat am Oktober 16th, 2013 10:11 geantwortet:
Hallo ihr Beiden,
was da jetzt schöner ist – heiße Duschen und Sauna oder ein Sprung ins 29 Grad warme Meer? Sauna haben wir hier auch – mehr als uns lieb ist und sie ist nicht auf einen geschlossenen Raum begrenzt. Viel Spass nächstes Jahr im Pazifik – da können wir euch noch ein paar Geheimplätzchen verraten.
Sonnige Grüsse aus den Salomonen