14.03.2013

Sa. 09.03.2013 – das Rätsel um den Wein und wilde Rodeopferde

das Merinoschaft von Goulburn war schon beeindruckend

das Merinoschaft von Goulburn war schon beeindruckend

In Australien gibt es scheinbar nur Extreme – alles ist immer das Größte (z.B. Aquarien, Riffe, Sanddünen, Bäume,…) oder Älteste (z.B. Kirchen, Pubs, Brücken, Häuser, …) wobei scheinbar jede Region diese Prädikate für sich beansprucht. Wir sind aber kaum mehr zu beeindrucken, denn wirklich alte Kultur (von der Aboriginalkultur abgesehen) gibt es aufgrund der späten Besiedlung hier nicht. Die meisten Sachen haben wir irgendwo bereits zumindest genauso schön oder groß gesehen (naja, wenn man nichts hat muss man sich eben etwas schaffen – so etwas nennt sich dann Tourismus).  Mit dem Wetter verhält es sich ähnlich, entweder superschön oder unglaublich grauslich. Seit fast einer Woche ist es nun schon traumhaft schön, kaum ein Wölkchen trübt den Himmel (und da heißt es immer meckern bringt nichts!).

Anna Bay

Anna Bay

So genießen wir die Strände und Klippen zwischen Port Macquarie, Foster bis nach Port  Stephens wo wir schließlich in die berühmte Weinregion Hunter Valley, etwas ins Landesinnere, abbiegen. Aus Europa und dem Rest der Welt sind wir gewohnt in Weinregionen unzählige Weinreben und so weit das Auge reicht Weinberge zu sehen.

Lifeguards

Lifeguards

Nicht so in Australien, denn die einzelnen Regionen sind eigentlich sehr klein. Wir waren bereits in der Barossa Gegend, in Queensland`s  South Burnett und jetzt hier. Es gibt zwar unzählige Weinkellereien, aber irgendwie fehlt hier immer die Grundzutat – es gibt keine Weinstöcke. Entweder sie verstecken sie sehr gut, importiert ihre Trauben oder panschen den Wein auf der Kellerstiege – dass haben wir noch nicht herausgefunden.

Barrel-Race

Barrel-Race

Eigentlich wollten wir noch länger in dieser landschaftlich schönen Gegend bleiben, aber in Cessnock wird unsere Aufmerksamkeit auf einen Anschlag für ein Rodeo, welches heute in Morisset stattfindet gelenkt und schon flitzen wir dort hin. Zwar total eingestaubt, aber begeistert folgen wir dem Barrelrace (Geschicklichkeit-Parcours um leere Fässer) der Cowgirls ebenso wie dem Reiten der Cowboys auf wilden Pferden und Bullen.

ich krieg dich schon runter

ich krieg dich schon runter

Es bleibt einem fast der  Atem stehen wenn so ein riesiger Bulle seinen “ Reiter“ abwirft und dann auf ihn losgeht, aber auch die Pferde sind kaum wieder einzufangen, wenn sie erstmal ihren ungeliebten Ballast abgeworfen haben. Am Abend haben wir sogar mal wieder das Tanzbein schwingen können, denn eine gar nicht so schlechte  Countryband hat aufgespielt  (sehr zur Ver- und Bewunderung der Australier,

buckeln und sträuben - vielleicht funktioniert`s

buckeln und sträuben – vielleicht funktioniert`s

denn die können so gar nicht tanzen). Alles in allem war es ein ganz toller Tag!

Kommentare

Liebe Babsi, lieber Christoph,
genießt das Traumwetter in Australien !
Hier haben wir sog. Märzwinter mit Schnee und Verwehungen. Die Grippewelle scheint im Abklingen begriffen zu sein. Hoffentlich wird das Frühjahr umso schöner. LG Werner

sytaurus hat am März 17th, 2013 07:22 geantwortet:

bei euch wird es Frühjahr und bei uns Herbst – es färben sich langsam die Blätter und es wird merkbar kühler in der Nacht. Esst genug Vitamine gegen die bösen Grippeviren!!

Zitat:
„…denn wirklich alte Kultur gibt es aufgrund der späten Besiedlung hier nicht. Die meisten Sachen haben wir irgendwo bereits zumindest genauso schön oder groß gesehen (naja, wenn man nichts hat muss man sich eben etwas schaffen – so etwas nennt sich dann Tourismus).“

Jetzt kann ich mich einfach nicht zurückhalten…
Wenn 30-40 Tausend Jahre alte Kremationsstätten kein Zeichen für „Kultur“ sind, dann weiß ich’s nicht – zu diesem Zeitpunkt waren wir Europäer noch nicht mal angedacht und Neanderthaler waren nun mal keine Homo sapiens… Guckt mal auf die Aborigines, wenn es auch kein sehr augenfälliges Leben ist (im Gegenteil…), so ist es doch zumindest interessant
Gruß aus Yulara (auf dem Weg nach Westen)

sytaurus hat am März 24th, 2013 00:02 geantwortet:

Hallo Andrea,
der ganze Text bezieht sich NICHT auf die indigene Bevölkerung, sondern rein auf die kulturellen Errungenschaften der europäischen Einwanderer! Ganz wichtig für uns ist es bei allen Reisen (und dies ist nicht die Erste) Kontakt mit der Urbevölkerung aufzunehmen, speziell dafür verlassen wir sehr oft die Routen des normalen Touristen und versuchen längere Zeit mit den Einheimischen zu leben!
Obwohl wir als Europäer sehr gerne pauschalieren und werten sollten wir langsam gelernt haben, dass dies meist desaströse Auswirkungen auf das angestammte Volk hat. Wir diskutieren zwar sehr gerne und häufig über die kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede, aber eine Wertung (vor allem ohne einheitlichen Wertmaßstab) werden wir sicher nicht abgeben. Die europäische Bevölkerung lebt jedoch nach dem gleichen Maßstab und kann somit sehr wohl von uns verglichen werden.
Die indigene Bevölkerung ist vor allem im Norden alles andere als unscheinbar, leider wird jedoch das Bild durch viele falsche oder sehr märchenhafte Darstellungen vor allem in den Touristengebieten sehr verfälscht. Hinzu kommt noch, dass sich die Aborigines sehr von der „weißen“ Bevölkerung abschotten.
Wenn ihr jetzt von Yulara nach Westen aufbrecht heißt das, ihr nehmt die Outbackroute, echt zu beneiden! Wir haben auch für die Permits angesucht, jedoch aufgrund zeitlicher Begrenzungen mussten wir leider diesen Plan fallen lassen!
Liebe Grüße aus Sydney

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