25.08.2015

Mo. 24.08.2015 – Kosmetik

Der Teufel steckt im Detail

Der Teufel steckt im Detail

Jetzt werden wir auf unsere alten Tage auch noch eitel! Die letzten Wochen haben wir uns hauptsächlich der Verschönerung unserer Taurus gewidmet. Angefangen haben wir mit der Eindichtung unserer Luke, nicht weil sie undicht war, sondern weil uns die alte Dichtmasse nicht gefallen hat. Na, da könnten wir doch auch gleich mal den Holzrahmen abschleifen und neu lackieren. Gesagt, getan! Na ja, dies ist doch jetzt so schön und der Lack schon offen, da renovieren wir doch auch gleich mal den hölzernen Rahmen vom Niedergang. Ruck-zuck abgeschliffen und der ganze Schleifstaub im Schiff obwohl wir alles abgehängt und abgedichtet hatten, aber irgendwo kommt immer was rein. Also Staubsauger, Eimer und Wischmopp raus und Generalputz gestartet. Christoph meint dann gleich, denn ihn stört meine Sammelleidenschaft aus aller Welt: „da könnten wir doch gleich mal ein bisschen ausmisten!“ Na gut dann eben auch noch dies, wenn wir schon so dabei sind. Säckeweise wandern Prospekte, Stadtpläne und sonstiges Sammelsurium von Bord. Auch unser Büchereck wird entstaubt und aussortiert.

Neuer Glanz

Neuer Glanz

So jetzt sieht es wieder toll aus, aber die Decke! Nach so vielen Jahren ist der Lack schon etwas vergilbt. Also alle Paneelen ausgebaut soweit dies möglich war, denn derjenige der das Schiff gebaut hat, dürfte zuerst die Deckenpaneelen und dann erst die Inneneinrichtung geplant haben und so sind einige Decken- bzw. Wandverkleidungen speziell im Bad einfach nicht rauszubekommen. Na macht ja nichts, die werden eben direkt vor Ort gestrichen. Der Rest wandert Stück für Stück an Land, denn in Brian´s Workshop dürfen wir uns in einem Eckchen unter dem Flugdach ausbreiten und können dort ungestört unserer Leidenschaft in schleifen und spritzen nachgehen. Immer wieder bleiben die Arbeiterstehen und bestaunen unsere Tauchflaschenkonstruktion mit angeschlossener Spritzdüse – so etwas ist ihnen noch nie untergekommen (und auch nicht so schnelles und effektives Arbeiten).

gut geschnitten ist halb gewonnen

gut zugeschnitten …

Endlich ist die erste Partie fertig und liegt zum Trocknen aus. Wir sind ganz stolz auf das Ergebnis, jedoch am nächsten Morgen bekommen wir erst mal einen Dämpfer. In der Nacht haben sich die Hunde unsere frischgestrichenen Paneele als Spielwiese ausgesucht und sind mit ihren Pfoten über den frischen Lack getapst. Zu allem Verdruss haben sie manche Teile auch noch als Beißknochen angesehen und die Kanten und Ecken angenagt – wir sind etwas säuerlich, aber was sollen wir tun, außer alles noch mal neuerlich zu schleifen und zu spritzen und versuchen die Schäden so weit als möglich zu beseitigen. Endlich sind wir nach Tagen fertig und haben die großen Platten zwischen den Regenschauern, bei Wind und Gischt wieder mit dem Dinghy vorsichtig an Bord gebracht und montiert.

das tapfere Schneiderlein

… ist halb genäht …

Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und nun fehlen zum perfekten Look nur mehr neue Bezüge für die Couch. So fahren wir nach Joao Pessoa und durchforsten die Stoffgeschäfte. In Brasilien ist dies einfach, denn alle Geschäfte einer Zunft sind immer eng beisammen. So gibt es ein Viertel der Autoschrauber, wo sich alle Hardware-Läden und Werkstätten konzentrieren, dann eine Straße an der alle Küchenutensilien und Töpfe verkauft werden. In einer anderen Ecke der Stadt gibt es nur Möbel, in der nächsten Ecke Elektronik, … aber alles immer mit lauter Musik und Lautsprecherdurchsagen, damit man auch auf die Geschäfte aufmerksam wird. Wir finden unseren neuen Look – statt gelb-weiß gestreift sind wir nun bunt-türkis gewürfelt. Tagelang sitze ich im Cockpit auf unserem kleinen Tisch und malträtiere unsere Nähmaschine. Dazwischen ein paar Wutanfälle, weil nichts so geht wie es gehen soll, ich sowieso zu wenig Platz habe und zu guter Letzt meine 35 Jahre alte, liebe und treue Maschine anfängt zu spinnen.

Kollateralschäden

… aber auch hier gibt es Kollateralschäden

Christoph verzieht sich zu solchen Gelegenheiten lieber sicherheitshalber auf andere Schiffe und tauscht mit anderen Seglern Hafeninformationen, Seekarten oder trinkt einfach nur ein Bier – sicher ist sicher! Ist mir auch lieber, aber zumindest nimmt er das Funkgerät mit und ich kann notfalls um (technische) Hilfe rufen. So nun sind wir mit der Innenrenovierung soweit fertig und mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Nach ein paar Jahren hat es sich eben auch mal ein neues Innen-Make-up verdient und strahlt jetzt wieder im ganz neuen Glanz.

Kommentare

Hi, Ihr Beiden! Ich bewundere Euch doch sehr, was für eine Energie Ihr doch habt, aber wo sind denn die Bilder von Eurer neuen gestylten Lady???? Sieht bestimmt sehr schön aus. Und nun kannst Du Deine Nähmaschine in die Reha schicken.
Bei uns ist, außer, dass wir kommenden Samstag 90 Gäste zu einer Fete bei Hellmuth eingeladen haben und nun die Wohnung, etc. auch gemake-upt werden muss und sonstige Logistik uns ab nun beschäftigt, alles in Ordnung. Schade, wir hätten Euch gerne bei der Party dabei gehabt. Nun, es wird ein nächstes Mal geben.
Bis bald. Knutsch aus Bonn Ute

sytaurus hat am August 27th, 2015 21:19 geantwortet:

voilà – sieht gut aus nicht! Maschine funktoniert jetzt wieder – drohen bzw. gut zureden hat schon geholfen. Sag mal müssen wir die Glocken läuten hören?!?

Danke für die Mühe, die Sie gemacht haben, um das alles zusammenzutragen.
MfG Duvar

sytaurus hat am November 8th, 2017 20:51 geantwortet:

gern geschehen – es freut uns das noch immer Interesse besteht (obwohl wir schon seit längerem nichts mehr geschrieben haben)
lg, Christoph u. Babsi

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