Den richtigen Wind abgewartet und schon sind wir die 116sm weiter südlich im Yangasa Cluster gelandet, einem ca. 8 sm weitem Atoll mit vier unbewohnten Inseln. Leider zieht es genau 3 Meilen vor der Riffeinfahrt zu, sodass wir uns nur ausgesprochen vorsichtig in die Lagune rein tasten können, denn ganz unmotiviert wachsen hier einfach Korallenköpfe aus den Tiefen herauf (ist doch wirklich eine Sauerei, nicht mal aufräumen können die hier). So darf Christoph mal wieder in unser „Krähennest“ klettern und mir von oben die Richtung weisen.
Da die Gegend ja noch bis vor kurzem für Segler gesperrt war, gibt es auch keine genauen Karten (und die lokalen Fischer kennen sich ja eh aus). Bei Google Earth kann man in Wien jedes einzelne Haus erkennen, aber für die Inseln hier bekommt man nur Bilder in relativ schlechter Auflösung (braucht ja sonst niemand) – wie auch immer, wir haben es mal wieder geschafft und schaukeln jetzt einsam in unserem privaten Pool bei Navutu-I-Loma, der einzigen Insel wo man im Norden in einer 800m weiten geschützten Bucht zwischen Korallenköpfen und Felsspitzen auf 5m Tiefe im glasklaren Wasser liegen kann. Vor uns sind sechs (!!) weiße Sandstrände dahinter ein undurchdringlicher Dschungel und Unmengen an Kokospalmen.
Am Abend liegen wir bei Mondschein im Cockpit und genießen unsere frisch aufgeschlagenen Kokosnüsse (prickeln fast wie Champagner) und in der Früh schwimmen wir mit den Mantas um die Wette. Ja, die haben kaum Scheu und kommen neugierig fast bis ans Schiff ran. Schon drei Tage leben wir dieses Robinson-Leben, jedoch gestern als wir von unserer Schnorcheltour auf der anderen Seite der Insel zurückkommen ist plötzlich Highlife in unserer Bucht. Vom Nachbaratoll Namuka sind einige Fischerboote gekommen sowie ein kleinerer Fischtrawler aus Suva. Ganze Familien haben sich am Strand ein Camp aus Planen und Matten aufgeschlagen und überall brennen bereits die Kochfeuer, denn essen ist hier das wichtigste.
Wir fahren mit unserem obligatorischen Sevusevu rüber und werden sogleich freundlich empfangen und dürfen auch die nächsten Tage hier bleiben. Zion erklärt uns, dass sie für die nächsten 3-5 Tage hier fischen und wenn der Fischtrawler mit 2 Tonnen Fisch voll ist bekommen sie ihr Geld und fahren wieder zurück auf ihre Insel. Gefischt wird hauptsächlich in der Nacht mit normalen Leinen und nur die Köderfische und der tägliche Eigenbedarf wird gespeert. So fahren die Männer vor Sonnenuntergang mit ihren Booten raus und kommen erst bei Sonnenaufgang wieder, dann werden sie bereits von ihren Frauen mit einem kräftigen Frühstück erwartet. Auch wir sind dazu eingeladen und neben den obligatorischen Breakfastcrackers (stauben aus den Ohren), dampft bereits der frische Fisch in Kokosmilch und Curry und die Cassavawurzeln in den Töpfen (unglaublich lecker).
Die größte Spezialität sind jedoch die gekochten Fischeingeweide, für die wir uns aber nicht so begeistern können. Wir machen uns gleich mal beliebt, denn Christoph repariert rucki-zucki eine abgebrochene Harpune. Für uns einfach mit Akkubohrer und Kunstbohrer, denn der unglückliche Taucher wäre sicher den ganzen Tag gesessen und hätte mit seiner Machete in den Holzsplittern herumgepult. Es ist manchmal so einfach sich Freunde zu machen (neben den überall beliebten Zigaretten)